8 Min. LesezeitAktualisiert: 3. Juli 2026

Krankengeld Rechner 2026: Jetzt Krankengeld berechnen

Mit dem Krankengeld Rechner können Sie die Höhe Ihres Krankengeldes 2026 schnell abschätzen. In diesem Ratgeber erklären wir, wie das Krankengeld berechnet wird, welche Grenzen gelten, wie lange Sie Anspruch haben und was Sie tun können, wenn das Krankengeld endet.

Was ist Krankengeld?

Das Krankengeld ist eine gesetzliche Lohnersatzleistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Es sichert Arbeitnehmer finanziell ab, wenn sie wegen einer Erkrankung länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind und die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers endet. Die gesetzliche Grundlage ist § 44 SGB V.

Das Krankengeld ersetzt nicht den vollen Lohn, sondern einen Teil davon. Es soll die Grundsicherung gewährleisten, während Sie sich erholen – und für viele Menschen ist es in längeren Krankheitsphasen die einzige Einkommensquelle.

Wer hat Anspruch auf Krankengeld?

Anspruch auf Krankengeld haben:

  • Pflichtversicherte Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung
  • Freiwillig in der GKV versicherte Arbeitnehmer (wenn kein Ausschluss vereinbart)
  • Bezieher von Arbeitslosengeld I, wenn sie während des ALG-I-Bezugs erkranken
  • Selbstständige, die bei ihrer Krankenkasse einen speziellen Wahltarif mit Krankengeldanspruch abgeschlossen haben

Kein Anspruch besteht für: privat Versicherte, Familienversicherte ohne eigene Erwerbstätigkeit sowie Minijobber (bis 556 € monatlich in 2026).

Wie hoch ist das Krankengeld 2026?

Die Berechnung des Krankengeldes folgt einer klaren Formel:

  • Schritt 1: 70% des täglichen Bruttolohns (Regelentgelt)
  • Schritt 2: Maximal 90% des täglichen Nettolohns (Deckelung)
  • Es gilt der niedrigere der beiden Werte
  • Höchstbetrag 2026: ca. 120,75 Euro pro Kalendertag (Brutto), basierend auf der GKV-Beitragsbemessungsgrenze von 5.175 Euro/Monat

Vom ermittelten Brutto-Krankengeld werden noch Arbeitnehmeranteile zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen (ca. 12,3%). Die Krankenversicherung selbst ist beitragsfrei – die Krankenkasse übernimmt beide Anteile.

Berechnungstabelle für verschiedene Einkommensgruppen 2026

Bruttogehalt (mtl.)Krankengeld/Tag (Brutto)Abzüge (~12,3%)Netto-Krankengeld/TagNetto-Krankengeld (30 Tage)
2.000 €ca. 42 €ca. 5,20 €ca. 36,80 €ca. 1.104 €
2.500 €ca. 52,50 €ca. 6,50 €ca. 46,00 €ca. 1.380 €
3.500 €ca. 70 €ca. 8,60 €ca. 61,40 €ca. 1.842 €
4.500 €ca. 84 €ca. 10,30 €ca. 73,70 €ca. 2.211 €
5.175 € (Maximum)120,75 €ca. 14,85 €ca. 105,90 €ca. 3.177 €

*Die Tabelle zeigt Näherungswerte. Die exakte Berechnung nimmt Ihre Krankenkasse vor.*

Wie beantrage ich Krankengeld?

Das Krankengeld fließt nach dem Ende der sechswöchigen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber weitgehend automatisch:

  1. Arzt aufsuchen und AU-Bescheinigung ausstellen lassen. Die eAU (elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) wird seit 2023 direkt von der Arztpraxis an die Krankenkasse übermittelt.
  2. Arbeitgeber informieren – telefonisch oder schriftlich.
  3. Lohnfortzahlung 6 Wochen: Ihr Arbeitgeber zahlt 6 volle Wochen (42 Tage) Ihren regulären Lohn weiter.
  4. Ab Tag 43: Die Krankenkasse übernimmt und zahlt Krankengeld. Die Kasse holt sich die nötigen Entgeltdaten beim Arbeitgeber.
  5. Folge-AU lückenlos einreichen: Wird die Arbeitsunfähigkeit verlängert, muss die Folgekrankschreibung rechtzeitig und ohne Lücke vorliegen. Eine Unterbrechung von auch nur einem Tag kann den Anspruch gefährden.

Wie lange wird Krankengeld gezahlt?

Das Krankengeld wird für dieselbe Erkrankung innerhalb eines Dreijahres-Blockzeitraums für maximal 78 Wochen (18 Monate) gezahlt. Dabei zählen auch die 6 Wochen Lohnfortzahlung mit.

Das bedeutet: Bei einer einzigen schweren Erkrankung haben Sie insgesamt 78 Wochen Einkommenssicherung (6 Wochen Lohn + 72 Wochen Krankengeld).

Wichtig: Werden Sie nach dem Ende des Krankengeldes immer noch nicht arbeitsfähig, müssen Sie prüfen, welche anderen Leistungen für Sie in Frage kommen:

  • Erwerbsminderungsrente (wenn die Erwerbsfähigkeit dauerhaft eingeschränkt ist)
  • Bürgergeld (als Grundsicherung, wenn kein anderes Einkommen vorhanden ist)
  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Rehabilitation)

Was ist beim Krankengeld und der Steuer zu beachten?

Das Krankengeld ist steuerfrei. Allerdings unterliegt es dem Progressionsvorbehalt: Das bedeutet, es erhöht zwar nicht Ihr zu versteuerndes Einkommen direkt, beeinflusst aber den Steuersatz. Wer im Steuerjahr 2026 mehr als 410 Euro Krankengeld erhalten hat, ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.

In manchen Fällen kommt es dadurch zu Steuernachzahlungen. Legen Sie für diesen Fall eine Rücklage an (ca. 5-10% des Krankengeldes).

Krankengeld und Rentenversicherung

Gut zu wissen: Während des Krankengeldbezugs werden weiterhin Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung gezahlt – auf Basis des Krankengeldes. Das bedeutet, dass die Krankengeldbezugszeit für Ihre Rentenpunkte zählt. Sie verlieren durch eine längere Krankheit keine Rentenansprüche vollständig. Die Krankenkasse übernimmt dabei den Arbeitgeberanteil.

Stufenweise Wiedereingliederung

Wenn Sie nach einer langen Krankheit schrittweise wieder in den Beruf einsteigen möchten, gibt es die stufenweise Wiedereingliederung (auch "Hamburger Modell" genannt). In dieser Phase:

  • Gelten Sie noch als arbeitsunfähig
  • Erhalten Sie weiter Krankengeld in voller Höhe
  • Kehren Sie in Teilzeit an den Arbeitsplatz zurück, um sich zu gewöhnen

Die stufenweise Wiedereingliederung muss von Arzt, Krankenkasse und Arbeitgeber gemeinsam geplant und genehmigt werden.

Details zur Schritt-für-Schritt-Berechnung finden Sie im Artikel Krankengeld berechnen. Wenn das Krankengeld ausläuft, kann der Anspruch auf Bürgergeld geprüft werden.

Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an Ihre gesetzliche Krankenkasse.

Was passiert bei unregelmäßigem Einkommen?

Wenn Ihr Einkommen vor der Arbeitsunfähigkeit stark geschwankt hat, beispielsweise durch Überstunden, Schichtzulagen oder Provisionen, fragt sich oft, wie das Krankengeld in solchen Fällen berechnet wird. Die Krankenkasse betrachtet bei unregelmäßigem Einkommen in der Regel das durchschnittliche Einkommen der letzten drei Monate (oder der letzten 13 Wochen) vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit.

Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, die in den letzten 12 Monaten bezogen wurden, fließen ebenfalls in die Berechnung ein und erhöhen das tägliche Regelentgelt. Dies ist besonders vorteilhaft für Beschäftigte, die tarifvertragliche Sonderzahlungen erhalten.

Es ist ratsam, Ihre Gehaltsabrechnungen genau zu prüfen. Sollten Sie feststellen, dass bestimmte Zulagen von der Krankenkasse nicht berücksichtigt wurden, können Sie der Berechnung widersprechen und eine Neuberechnung fordern.

Häufige Fragen (FAQ)

Das Krankengeld beträgt 70% des Bruttolohns, darf aber 90% des Nettolohns nicht übersteigen. Die Höchstgrenze liegt 2026 bei ca. 120 Euro pro Tag.

Die Leistung wird erst ab dem 43. Kalendertag einer ununterbrochenen medizinischen Arbeitsunfähigkeit gezahlt, nämlich exakt dann, nachdem die verpflichtende gesetzliche 6-wöchige Lohnfortzahlung durch den bisherigen Arbeitgeber im Krankheitsfall endgültig ausgelaufen ist.

Laut Gesetz wird diese Lohnersatzleistung für ein und dieselbe zugrundeliegende Krankheit für maximal 78 volle Wochen, was etwa 18 Monaten entspricht, innerhalb einer sogenannten Blockfrist von 3 Jahren von der gesetzlichen Kasse gezahlt.

Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.

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Offizielle Informationen

Für verbindliche Auskünfte besuche die offizielle Seite:

Zur offiziellen Seite (GKV-Spitzenverband)

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Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 3. Juli 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an die zuständige Behörde.